Zuger Version ist unter Dach und Fach

Der Bildungsrat hat den Lehrplan 21 erlassen. In drei Bereichen mussten Anpassungen gemacht werden. In einem Fach ruft der Bildungsdirektor zur Zusammenarbeit auf.

Der Lehrplan 21 tritt am 1. August 2019 auf allen Schulstufen gleichzeitig in Kraft. Der Bildungsrat habe die Zuger Version nun erlassen, schreibt die Bildungsdirektion des Kantons Zug. Damit bleiben die aktuellen Lehrpläne noch bis zum 31. Juli 2019 gültig. Über die Stunden­tafel hat der Bildungsrat bereits früher entschieden. «Die Haltungen im Bildungrat waren beim Erlass des Lehrplans weniger unterschiedlich als noch beim Erlass der Stundentafel im März 2017», erklärt Bildungs­direktor Stephan Schleiss (SVP). Einen besonderen Knackpunkt habe es nicht gegeben. Der Kanton Zug macht in drei Bereichen Anpassungen am Lehrplan 21: er Umfang des Fachs Musik soll beibehalten werden, die Einarbeitung der Grundsätze «Beurteilen und Fördern» und das Einführen des Freifachs geometrisches Zeichnen.

Stephan Schleiss macht klar, dass gegenüber dem heutigen Stand im Fach Musik nicht gekürzt worden sei. «Es wurde auf einen Ausbau gemäss Muster-Stundentafel der Deutschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) verzichtet», präzisiert er. Diese Muster-Stundentafel schlägt je zwei Lektionen pro Woche und Klasse bis zur 3. Oberstufe vor. Eine Ausnahme gibt es bei der 1. Oberstufe: Dort ist jeweils eine Lektion pro Woche vorgesehen. In der Zuger Stundentafel steht pro Woche und Klasse eine Lektion Musik: Mit Ausnahme der 1. Oberstufe, wo zwei Lektionen pro Woche stehen. Ab der 2. Oberstufe ist Musik ein kantonales Wahlfach. Damit bleibt der Musikunterricht in etwa im Bereich des heutigen Umfangs. Des Weiteren kann der Bildungsrat an der Förderstunde festhalten. Der Bildungsdirektor bestätigt: «Im Kanton Zug steht weniger Zeit im Fach Musik zur Verfügung als bei der Erarbeitung des Lehrplans 21 angenommen.»

Schwimmen: Eine Reduktion ist möglich
Bei den Grundsätzen «Beurteilen und Fördern» sei hauptsächlich die Begrifflichkeit im Vordergrund gestanden: «Mit den gemachten Anpassungen wurde vor allem die Terminologie des Lehrplans 21 an das Zuger Konzept angepasst – damit keine Missverständnisse aufkommen», so der Bildungsdirektor. Weiter entschied der Bildungsrat, dass das Freifach geometrisches Zeichnen beibehalten werden soll. Dieses wäre im Lehrplan 21 nicht vorgesehen. Bei der Vernehmlassung habe insbesondere das Gewerbe das Fach gefordert, erklärt Stephan Schleiss.

Auch in Bezug auf den Schwimmunterricht hat der Bildungsrat eine Entscheidung getroffen: So dürfen Gemeinden eine Lehrplanreduktion beantragen. Weiterhin müssen die Gemeinden den sogenannten Wassersicherheitscheck erfüllen. «Dass Gemeinden ohne Zugang zu Wasserflächen bei der Bildungsdirektion ein begründetes Gesuch einreichen können, dünkt mich pragmatisch. Ich bin mit dieser Lösung zufrieden», sagt der Bildungsdirektor.

Weiter hält der Bildungsrat im Beschluss fest, dass jede Schuleinheit sicherstellen muss, dass der Modullehrplan «Medien und Informatik» koordiniert umgesetzt wird. Stephan Schleiss spricht dabei von einem Spezialfall: «Ein Teil der Kompetenzen wird in einem eigenen Fach unterrichtet, der andere sogenannt ‹fächerübergreifend›. Die Absprache unter allen Lehrpersonen, die eine Klasse unterrichten, ist deshalb wichtig.» Aufgrund dessen sollen sogenannte Curricula erarbeitet werden. «Die Alternative wäre eine entsprechende kantonale Vorgabe gewesen.»