Vereinswesen, Gesundheit und Lebensschule

Am heutigen Sportforum stehe ich zum ersten Mal an einer Veranstaltung des Amts für Sport im Einsatz. Das Sportforum hat sich als grosse Versammlung der Sportbegeisterten im Kanton Zug etabliert. Die Gelegenheit scheint mir deshalb günstig, Ihnen darzulegen, wie ich zum Sport allgemein und zur Sportförderung im Speziellen stehe.

Meine Einstellung zum Sport leitet sich vor allem aus meiner eigenen sportlichen Tätigkeit ab. Und mein sportlicher Lebenslauf sieht wie folgt aus:

1. Fussball: In der Primarschule bin ich als E-Junior im SC Steinhausen aktiv geworden. Dem Verein habe ich über die gesamten Achtziger Jahre hindurch bis zum bevorstehenden Wechsel zu den A-Junioren die Treue gehalten. Besondere Höhepunkte waren für mich jeweils die Trainingslager in den Sommerferien. Was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe, ist das zum Sport gehörende Vereinserlebnis.
2. Velo fahren: Als ich an die Kantonsschule kam, hat das für mich auch einen längeren Schulweg zur Folge. Diesen Schulweg habe ich konsequent mit dem Velo zurückgelegt, jeden Tag vier Mal fünf Kilometer. Wir sind immer in der Gruppe gefahren, Treffpunkt war das «Pumphüsli» ausgangs Steinhausen. Über den Mittag in der Mensa zu essen wurde als Schwäche ausgelegt, ebenso im Winter den Bus zu nehmen. Aus dieser Zeit habe ich mitgenommen, dass regelmässige Bewegung gut tut, und aber auch dass man für gesunde Bewegung keine Trainerhosen anziehen muss. Meine Begeisterung für das Velo fahren ist übrigens geblieben und ich freue mich, dass ich seit Anfang Jahr wieder in Velodistanz arbeiten kann, nachdem ich die letzten zehn Jahre nach Zürich pendelte.
3. Fechten: An der Uni habe ich mehrere Semester im Fechtclub der Zürcher Singstudenten gefechtet. Wir haben jeden Tag auf dem Fechtboden im Uni-Turm, dort wo sich heute wegen der wunderbaren Aussicht das Dozenten-Kaffee eingenistet hat, über Mittag eine gute Stunde trainiert. Was ich aus dieser Zeit mitgenommen habe ist, dass Leistung auf Anhieb sehr wichtig ist. Das Training muss präzis auf den Wettkampf ausgerichtet sein, und wer dann am Tag X nicht parat ist, der muss dafür bluten.

Für mich stehen somit aus eigener Erfahrung beim Sport drei Aspekte im Vordergrund: Vereinswesen, Gesundheit und Lebensschule. Diese Prägung spiegelt sich auch in meiner Haltung zur Sportförderung.

Ich finde es richtig, dass der Kanton mit seinen Mitteln aus dem Lotteriefonds sowohl den Breitensport als auch den Spitzensport unterstützt. Die kantonale Sportförderung soll aber subsidiär wirken. Im Mittelpunkt muss darum das private Engagement und die Freiwilligenarbeit stehen. Beides spielt sich vor allem in den Vereinen ab. Im Vorwort der Sport News habe ich in diesem Zusammenhang von der "Spitze des Eisberges" geschrieben. Wenn der sichtbare Teil des Eisberges die vom Kanton durch das Sportamt unterstützten Aktivitäten ist, dann steht der zehn Mal grössere Teil des Eisberges, der sich unterhalb der Wasserlinie befindet, für die von den Vereinen viervielfachten Impulse. Oder mit anderen Worten: Hätten wir vom Kanton nicht die Vereine, die wir unterstützen können, und müssten stattdessen die Aktivitäten selber durchführen, wir könnten mit den gleichen Mitteln viel weniger Wirkung erzielen.

Sie sehen: Das Sportforum hat die Freiwilligenarbeit dieses Jahr mit guten Gründen zum Motto erhoben. Und zu diesem Sportforum heisse ich Sie auch von meiner Seite her herzlich willkommen. Ich darf Ihnen die Grüsse des gesamten Regierungsrates überbringen und Ihnen für Ihr Engagement zugunsten des Sportes recht herzlich danken.

Ich wünsche uns allen eine interessante Veranstaltung mit vielen freundschaftlichen Begegnungen!