Holzschnitt ist Kunst, holzschnittartig ist keine Kunst.

Preisübergabefeier in der Galvanik, Zug

Im Namen der Zuger Regierung begrüsse ich Sie ganz herzlich zu dieser Preisübergabefeier. Wir dürfen heute die Zuger Förderbeiträge und das Zuger Werkjahr übergeben. Und das soll in einem ausgesprochen feierlichen Rahmen geschehen. Denn wir feiern junge Zuger Künstlerinnen und Künstler, die einen Förder-beitrag in Empfang nehmen können. Und wir feiern die Zuger Musikerin Patricia Draeger, der wir das Zuger Werkjahr verleihen dürfen.

Mit den Förderbeiträgen und dem Werkjahr möchte der Kanton Zug Sie, liebe Preisträgerinnen und Preisträger, bei Ihrem Schaffen unterstützen. Natürlich sind beides auch Instrumente zur Förderung der kulturellen Vielfalt. Der Kanton Zug braucht ein breites, kulturelles Angebot, um nicht nur Arbeits- und Schlafplatz zu sein, sondern auch ein Ort, der inspiriert und an dem man gerne lebt.

Der Wettbewerb um die Förderbeiträge ist ein Nachwuchswettbewerb, der die hohe Qualität und das künstlerische Potential der Bewerberinnen und Bewerber im Visier hat. Die Förderpreise sind als Starthilfe für Projekte und Experimente oder zur Förderung des freien künstlerischen Schaffens gedacht. Es sind auch Beiträge an Weiterbildungen möglich. Dieses Jahr werden acht Förderbeiträge in der Gesamthöhe von 120 000 Franken vergeben.

Das Zuger Werkjahr ist in der typischen Lebensbahn der Künstlerinnnen und Künstler ein bisschen später anzusiedeln. Das Werkjahr ist der bedeutendste Werkbeitrag des Kantons Zug. Der Preis ist mit 50 000 Franken dotiert und geht an Kunstschaffende, welche die Bedingungen – «herausragende künstlerische Leistung» in Kombination mit einem «überzeugenden Projekt» – erfüllen.

Aus der Erfahrung, die ich als mittlerweile langjähriger Vorsteher der Direktion für Bildung und Kultur machen durfte, weiss ich, wie anstrengend, aufreibend, intensiv und zuweilen auch brotlos das Schaffen und Leben einer Künstlerin oder eines Künstlers ist. Es braucht Ausdauer, Disziplin, Durchhaltevermögen, Hoffnung und zuweilen einen grossen, selbstlosen Einsatz an Zeit und Kraft.

Sehr geehrte Preisträgerinnen und Preisträger, Sie dürfen heute einen Zuger Förderbeitrag und das Zuger Werkjahr entgegen nehmen, aber selbstverständlich sind auch wir Ihnen zu grosser Dankbarkeit verpflichtet. Wir sind dankbar für Ihr Schaffen und für Ihren Einsatz. Sie leisten einen wertvollen Beitrag an unsere Lebensqualität, an unsere Gesellschaft und der Kanton Zug wäre um einiges ärmer ohne diesen, Ihren Beitrag. Ich danke Ihnen herzlich, persönlich und im Namen des gesamten Zuger Regierungsrats dafür, dass Sie uns mit Ihrer Kunst den Spiegel vorhalten und Fenster zu neue Horizonte öffnen.

Wichtig ist natürlich auch, dass Sie nicht nur uns, sondern auch sich selber den Spiegel vorhalten. Erst dann wird Kunst zur Kunst und bleibt nicht Klischee und nicht Plattitüde. Mit anderen  Worten: Holzschnitt ist Kunst, holzschnittartig ist keine Kunst.

Ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihre Beiträge – zu den Preisen werde ich Ihnen dann im Verlaufe des Abends bei der Übergabe gratulieren!