Die gemeindlichen Schulen sind attraktive Arbeitgeber

Kurz vor den Sommerferien herrscht im Kanton Zürich noch Lehrermangel, 160 Stellen sind unbesetzt. Bildungsdirektor Stephan Schleiss (SVP) erklärt, wieso der Kanton Zug derzeit kein Problem diesbezüglich hat.

 

Stephan Schleiss, gibt es im Kanton Zug aktuell einen Lehrermangel?

Die Zuger Gemeinden haben keine Probleme, die Lehrerstellen zu besetzen. Einzige Ausnahme sind die Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen (SHP). Dort gibt es schweizweit einen strukturellen Nachfrage-Überhang. Aber auch in diesem Segment gelingt es den Zuger Gemeinden überdurchschnittlich gut, die Stellen zu besetzen.

Wieso gibt es im Kanton Zug keinen Lehrermangel?

Die gemeindlichen Schulen im Kanton Zug sind attraktive Arbeitgeber. Das ist strategisch gewollt, letztmals hat dies der Kantonsrat im Juli 2015 mit Inkrafttreten per Schuljahr 2016/17 bekräftigt, als er der zweiten Entlastungslektion für die Funktion der Klassenlehrperson zugestimmt hat. Die gute Erreichbarkeit des Kantons und die modernen Infrastrukturen sind sicherlich weitere positive Punkte.

Unterscheidet sich die Lehrersituation in den Gemeinden?

Sie ist im Ergebnis überall gleich. Die Situation kann sich deshalb höchstens darin unterscheiden, dass einzelne Gemeinden länger suchen müssen als andere. Da die Anstellungsbedingungen mit dem kantonalen Lehrpersonalgesetz aber vereinheitlicht sind, können allenfalls andere Faktoren wie Einzugsgebiet oder Infrastrukturen noch eine Rolle spielen. Ich gehe aber davon aus, dass solche Faktoren keine grosse Rolle spielen.

Inwiefern profitiert der Kanton Zug da auch von der Pädagogischen Hochschule (PH Zug)?

Der Kanton und die gemeindlichen Schulen profitieren in vielerlei Hinsicht von der PH Zug. Was die Rekrutierung von Lehrpersonen betrifft, ist ein wichtiger Vorteil, dass sich die Schulen und die Neu-Lehrpersonen von den verschiedenen Praktika bereits kennen.