Den Mensch an dem messen, was er gibt

Dorfplatz, Steinhausen

Dieser Bevölkerungsempfang in Steinhausen freut mich riesig. Ich habe meine Wurzeln in Steinhausen, ich fühle mich mit Steinhausen verbunden. Ich habe meine Kindheit und Jugend in Steinhausen genossen, mit allem, was dazugehört: Seifenkistenrennen, Fussballclub, Jungwachtslager und viele weitere schöne Erinnerungen – auch und besonders an die Schulzeit.

Je älter man wird, desto mehr sieht man das riesige Engagement hinter diesen wunderbaren Erinnerungen. Wie viele gute Menschen, Leiterinnen und Leiter, wie viele Trainer, wie viele freiwillige Helferinnen und Helfer, gute Geister sind für mich und für uns irgendwo im Einsatz? In den Vereinen, im Militär, als verantwortungsvolle und vorbildliche Menschen in den KMU und in der Wirtschaft, in der Kultur, in der Kirche – oder auch in der Politik? Oder sei es ganz persönlich, im Privaten: als verantwortungsvolle und liebende Eltern, durch ihr Dasein für uns, ihre Freundschaft, durch ihre Aufmerksamkeit und ihr Interesse an unserem Leben.

Albert Einstein hat gesagt, dass wir den Mensch nicht an dem messen sollen, was er nimmt oder erhält – sondern an dem, was er gibt. Darum ein riesiges Dankeschön im voraus an alle, die mehr geben als nehmen – in der Familie, hier in Steinhausen, in unseren Gemeinden, in unserem wunderschönen Kanton und im ganzen Land.

Liebe Steinhauserinnen und Steinhauser, sehr geehrte Damen und Herren

Ich danke Ihnen ganz herzlich, dass Sie hierhergekommen sind, um mit mir und mit uns zu feiern und auf diesen Anlass anzustossen. Ich sage extra «mit uns». Weil wir heute natürlich nicht in erster Linie den Landammann und seine Beiträge feiern. Diese Beiträge sind zwar mit Aufwand verbunden, aber in ihrer Tragweite und Bedeutung sicher überschaubar. Wenn wir alle zwei Jahre eine solche Feier veranstalten, dann muss es um mehr gehen als um den Landammann.

Und es geht tatsächlich um viel mehr. Wir feiern heute unser Recht und unsere Freiheit, dass wir die Politik in unseren Gemeinden, in unserem Kanton und in unserem Land mitgestalten dürfen – und wir dürfen diese Politik sehr stark mitgestalten. Wir feiern die Tatsache, dass es in unserem Land viel Platz für Politik von unten gibt.

Der Vorteil einer solchen Lösung liegt auf der Hand: Wenn es in der Schweiz nicht läuft, können die Bürgerinnen und Bürger zwar auch murren, aber sie müssen sich eben auch an der eigenen Nase nehmen. Weil sie sich an der Politik auf allen Ebenen beteiligen können – und entsprechend auch eine Verantwortung für diese Politik tragen. «Alles Gute und Schlechte kommt aus der Zentrale»: das gibt es in der Schweiz nicht. Wir sind für unser politisches Glück selber verantwortlich. Das kann kein Franzose und kein Schwede von sich behaupten – und schon gar kein Chinese. Niemand in dem Mass wie wir Schweizerinnen und Schweizer. Wir sind für unser politisches Glück selber verantwortlich. Das feiern wir heute.

Und selbstverständlich erinnern wir uns auch an unsere Pflichten, die mit diesen Rechten verbunden sind. Ohne diese Pflichten wäre es bald nicht mehr weit her mit unseren Rechten und Möglichkeiten. Diese Pflichten fangen im Privaten und in der Familie an und gehen weit in die Gemeinschaft hinein. Und damit bin ich wieder beim Engagement und der kleine Kreis von meiner Rede schliesst sich.

Albert Einstein hat gesagt, dass wir den Mensch nicht an dem messen sollen, was er nimmt oder erhält – sondern an dem, was er gibt. Darum ein riesiges Dankeschön an alle – und es sind sehr, sehr viele –, die mehr geben als nehmen – hier in Steinhausen, in unseren Gemeinden, in unserem Kanton, in unserem Land.

Das ist der Schlüssel zu unserem persönlichen und gemeinschaftlichen Glück. Dieses Engagement feiern wir heute. Und wir holen miteinander Schwung und tanken Kraft und Fröhlichkeit für dieses Engagement. Und darauf stossen wir jetzt miteinander an!