Das System Fernunterricht ist in Zug gut angelaufen

Ein Institut der PH Zug zeigt mit dem «Schul-Barometer» ein aktuelles Stimmungsbild. Das Zwischenfazit des Bildungsdirektors ist positiv.

Das aktuelle «Schul-Barometer» des Instituts für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie (IBB) der PH Zug und des World Education Leadership Symposium beschäftigt sich mit den Schulschliessungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Umfrage zeigt ein Stimmungsbild der aktuellen Situation. Lanciert wurde das «Schul-Barometer» von Stephan Gerhard Huber, dem Leiter des IBB. Befragt wurden bisher über 7100 Personen, darunter Schulleitungen, Lehrpersonen, Eltern und Schüler.

Erste Ergebnisse wurden kürzlich veröffentlicht. So stellen die Schulschliessungen alle Akteure im Bildungs- und Schulkontext vor grosse Herausforderungen, heisst es in der entsprechenden Mitteilung. Es seien aber auch Chancen im Bereich der Digitalisierung auszumachen. Weiter ist die Rede von einem sogenannten Schereneffekt, denn einzelne Gruppen gehen unterschiedlich mit der Situation um. «Schulen mit einem hohen Anteil an benachteiligten Schülerinnen und Schülern stehen vor besonders grossen Herausforderungen», ist in der Mitteilung zu lesen.

Bildungsdirektor und Landammann Stephan Schleiss kann bestätigen, dass die Zuger Schulen in diesen Wochen einen «Anwendungsschub in Sachen Digitalisierung» durchlaufen. Für Stephan Schleiss steht fest: «Nach der Beendigung des Fernunterrichts braucht es eine Auslegeordnung, was nachhaltig ist und wo wir Lücken haben.» Auf den zu befürchtenden Schereneffekt angesprochen, sagt Schleiss: «Wir müssen das sicher genau anschauen. Ich sehe aber nicht nur Gefahren.» Er hält weiter fest, dass der Fernunterricht auch zu einer neuen Beziehung zwischen Schule und Familie führen könne. Stephan Schleiss: «Gespannt bin ich daher auf die Rückmeldungen der Heilpädagoginnen, die sich speziell um Kinder mit Lernschwierigkeiten kümmern.»

Eltern werden regelmässig informiert
Momentan sind auch die Eltern gefordert, die ihre Kinder allenfalls selber zu Hause unterrichten. Als Ansprechpartner steht dabei die Klassenlehrperson zur Verfügung. «Die Eltern werden von den Schulen regelmässig informiert. Das funktioniert an den allermeisten Orten sehr gut.» Weiter verweist der Bildungsdirektor auf die Handreichung des Amtes für gemeindliche Schulen zum Fernunterricht mit Ideen und Tipps.

Das Zwischenfazit zum Fernunterricht von Stephan Schleiss fällt positiv aus. «Überrascht war ich, wie gut das System ‹hochgefahren› werden konnte. Seitens der Lehrpersonen und auch der Eltern ist ein grosses Engagement nötig, wofür ich mich sehr bedanke.» Denn der Fernunterricht sei lediglich eine Ersatzlösung. Der Bildungsdirektor hält fest: «Gute Schule lebt vom sozialen Lernen im Klassenverband: miteinander – voneinander – füreinander.»