Bei Homeschooling droht eine Busse

Wer ab dem 11. Mai seine Kinder nicht zur Schule schickt, riskiert eine Sanktion.

Daniel Koch, Delegierter des Bundes für die Coronaepidemie, betont es immer wieder: Die Kinder seien nicht Treiber der Covid-19-Krankheit. Ab dem 11. Mai soll nun in der Volksschule wieder Präsenzunterricht stattfinden. Dagegen gibt es Widerstand, auch aus Elternkreisen. Der Mediziner Adriano Aguzzi kündigte in den sozialen Medien an, er schicke seine Kinder nicht in die Schule, was immer Koch sage. Der Neuropathologe des Unispitals Zürich beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Viren und wurde einer breiten Öffentlichkeit bekannt, als er in einem selbstgedrehten Video eindringlich den Lockdown forderte.

In der Schweiz herrscht aber Schulpflicht. Wer sich ihr widersetzt, riskiert eine Strafe. Es gebe auch keine Wahlfreiheit zwischen Präsenz- und Fernunterricht, sagt Bildungspolitiker Stephan Schleiss. «Wer aus gesundheitlichen Gründen – weil das Kind oder ein Elternteil gefährdet ist – nicht am Präsenzunterricht teilnehmen kann, muss dies mit Arztzeugnis belegen. Wer seine Kinder ohne Arztzeugnis zu Hause behält, riskiert eine Busse», sagt der Zuger Bildungsdirektor. Er hofft, dass der Bund noch mehr Vertrauen schaffen kann, am liebsten durch wissenschaftliche Erkenntnisse, dass die Wiederöffnung der Schulen verantwortungsvoll ist.

Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung im Kanton Luzern, plädiert für ein zurückhaltendes Vorgehen mit Eltern, die ihre Kinder aus Angst nicht in die Schule schicken – und schlägt vor, in einer ersten Phase auf Bussen zu verzichten.